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Pommersche Zeitung
Berichte über Podejuch

 

 

Zeitungsberichte 1935

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07.07.1935

Musterung. Donnerstag nachmittag wurde der Jahrgang 1914/1915, der in Altdamm zur Musterung angetreten war, feierlich eingeholt. Die jungen Rekruten marschierten, mit Blumen geschmückt, unter Vorantritt einer Musikkapelle, gefolgt von einer Abordnung der NSKOB, durch die Straßen von Podejuch. Abends fand in der Badeanstalt eine Feier statt, in der Ortsgruppenführer des Reichstreubundes ehemaliger Berufssoldaten Pg. Ripke eine Ansprache an die jungen Rekruten hielt.

10.07.1935

Beschlagnahmtes Diebesgut. Die Gendamerie stellte Sonntag Vormittag bei einem Eigentümer 122 Pfund Weizen sicher, der ihm von einem Th. verkauft worden war. Das Diebesgut stammt von einem Gut in der Umgebung, dem in der letzten Zeit bereits mehrere Zentner Weizen gestohlen wurde.

Die Sammlung für das Erholungswerk der NSB „Mutter und Kind“ erbrachte in 97 Listen 379 Mark.

Der Klempner Max Falkenhagen bestand vor dem Prüfungsausschuß der Handwerkskammer Stettin seiner Meisterprüfung im Klempner- und Installateurhandwerk mit „gut“.

18.07.1935

Geländesportprüfung im Sturmbann III/R 210

Wieder einmal wurde von dem Prüfer der Standarte R. 210, Sturmbannfüher Leichnitz, die Prüfung im Geländesport abgenommen. Es nahmen 50 SA-Kameraden vom Sturm 21/ R 210, Podejuch und 26 Kameraden aus Stettin teil. 9 Lehrscheininhaber aus Stettin und zwei aus Podejuch waren zugegen. 74 Teilnehmer bestanden die Prüfung, darunter ein 57 jähriger SA-Mann vom Sturm 21/R 210. Ein schneidiger Vorbeimarsch vor Sturmbannführer Leichnitz beendete um 2 Uhr den kampfreichen Tag.

24.07.1935

Gasvergiftung. Montag früh wurden Bewohner des Hauses Bahnhofstraße 34 auf starken Gasgeruch im Flur aufmerksam. Es wurde festgestellt, daß das Gas aus der Wohnung der 35 jährigen Else G. drang. Nach gewaltsamer Oeffnung der Wohnung durch einen Gendameriehauptwachtmeister konnte der herbeigerufene Arzt nur noch den Tod der Frau feststellen. Die Stettiner Mordkommission führte noch am gleichen Tag die erforderlichen Untersuchungen durch. Die Leiche wurde Dienstag morgen in die Turnhalle geschafft.

25.07.1935

Kabeldiebstahl. Ein 33 Meter langes und ungefähr 5 Zentner schweres Kabel, das bei einer Eisenbahnüberführung verwendet werden sollte, wurde in der Nacht vor Beginn der Arbeiten gestohlen. Die Spuren der Diebe führten zur Großen Reglitz. Jedenfalls ist das Kabel hier zerkleinert und in einem Boot fortgeführt worden.

Arbeitsdank. Dienstag abend hielt die Kameradschaft Podejuch des Arbeitsdankes in der Waldhalle den zweiten Gemeinschaftsabend ab. Der Kreisobmann aus Altdamm sprach über die Bedeutung des Arbeitsdankes. Die Gaukapelle unserer Arbeitsdienstabteilung verschönerte den Abend durch Musikvorträge.

27.07.1935

Tödlicher Badeunfall. Der 13 Jahre alter Schüler Otto Ledding hatte sich beim Baden in der Reglitz zu weit ins Wasser gewagt. Er verlor den Boden unter den Füßen und ertrank. Ein hinzugezogener Arzt konnte nur noch den Tod durch Herzschlag feststellen.

Verpflichtung im RLB. Donnerstag abend wurden die Amtsträger, Block- und Zellenleiter im RLB, Ortsgruppe Podejuch, vereidigt. Da der bisherige Ortsgruppenführer Hubert Podejuch am 1. August verlässt, entband der Stellvertreter des Landesgrupppenführers ihn von seinem Amt und sprach ihm seinen Dank für seine Tätigkeit in der Ortsgruppe aus. Als Nachfolger wurde Pg. Wilhelm Schulz verpflichtet.

31.07.1935

Tagung der Rekosei. Montag abend hielten die im Rekosei zusammengeschlossenen Kaufleute ihre Montatsversammlung ab. Vereinsführer Schröder sprach über Lock- und Schleuderartikel. In der Aussprache über die Ladenschlussfrage wurde der Beschluß gefasst, durch die Ortswaltung der DAF dahin zu wirken, daß die Einkäufe während der Geschäftszeit getätigt werden. Zur Münchner Rekosei-Tagung im September wird der Kaufmann Krüger entsandt.

Deutscher Tag. Sonntag, den 4. August, veranstaltet die Ortsgruppe Podejuch in der Waldhalle einen Deutschen Tag. In Verbindung mit dem Fest wird die Weihe der DAF-Fahne stattfinden. Es ist folgende Festfolge vorgesehen: 6.30 Uhr: Wecken, 11-12 Uhr: Platzkonzert auf dem Kaiser-Friedrich-Platz. 13.30 Uhr: Antreten zum Ummarsch durch den Ort. Begrüßung durch den Ortsgruppenamtsleiter Pg. Kriegsmann, Sprechchor des FAD, Gesangsvorträge des Männergesangvereins „Eintracht“, Weihe der DAF-Fahne. Schlusswort des Ortsgruppenleiters Pg. Rust, Gartenkonzert und Belustigungen aller Art auch für Kinder. Abends deutscher Tanz.

02.08.1935

Aufgeklärte Eisenbahndiebstähle. Wie von der Fahndungsstelle der Reichsbahndirektion Stettin festgestellt wurde, sind auf dem Bahnhof Podejuch Güter, die für andere Stationen bestimmt und irrtümlicherweise in Podejuch ausgeladen waren, von einem Bahnarbeiter unterschlagen worden. Die Sachen wurden dann zum Teil von zwei bei einer Sydowsauer Firma beschäftigten Kraftwagenführern weiterverkauft. Die Täter sind verhaftet worden.

Sittlichkeitsverbrecher verhaftet. Wegen Vornahme unsittlicher Handlungen an minderjährigen Knaben und Mädchen wurde der 56 Jahre alte Albert Strich verhaftet und dem Amtsgericht zugeführt.

05.08.1935

Der „Deutsche Tag“ in Podejuch 
Pg Künzel weiht die DAF Fahne – „Schonungslose Härte“ gegen Störenfriede

-gh- Podejuch 4. August

Der Deutsche Tag, den die Ortsgruppe der NSDA? Podejuch beging, erhielt seine besondere Bedeutung durch die Weihe des DAF-Fahne, die der Gauleiter der DAF, Pg Künzel, nachmittags auf dem am Rande der Buchheide gelegenen Platz des Parteilokals „Waldhalle“ vornahm. Eingeleitet wurde der Tag durch ein Wecken, dem später ein Platzkonzert auf dem Kaiser-Friedrich-Platz folgte.

Der Nachmittag vereint zunächst die Partei mit ihren Gliederungen zu einem Ummarsch durch das mit Fahnen geschmückte Dorf. Der SA Sturm 21/R 210, der bereits einen 10 Kilometer-Gepäckmarsch und eine äußerst wirksame Propagandafahrt auf Lastkraftwagen durch Altdamm, Finkenwalde und Podejuch hinter sich hatte, stellte sich auch für diesen Umzug, der schließlich zum Festplatz führte, zur Verfügung.

Ortsgruppenamtsleiter Pg Kriegsmann eröffnet die Feier, die durch Gesangsvorträge der HJ, des Männergesangsvereins Eintracht und einem Sprechchor, des Arbeitsdienstes umrahmt wird und begrüßt namens der DAF-Ortverwaltung unter den Festteilnehmern besonders Gauwalter Pg Künzel und Kreiswalter Pg Bulian. Dann nimmt Pg Künzel das Wort zu seiner Ansprache, in der er scharf mit der Feigheit des Spießertums und den üblen Elementen der Zersetzung abrechnet. Zu leicht vergesse das deutsche Volk und verfalle in dem Fehler, die Opfer, durch die das neue Deutschland geformt wurde, gering zu achten. Es sei daher in Stunden der Besinnung wie an diesen Tagen notwendig an den altern Kampfgeist zu erinnern, der keinen Raum für feige und erbärmliche Spießer habe und sich auch jetzt mit schonungsloser Härte gegen alle zerstörenden Einflüsse etwa von jüdischer Seite wenden werde.

Einmal habe auch die Geduld und Milde der Partei ein Ende. Sie werde nicht zulassen, daß an den Arbeiter, der sich längst als ein Glied der Nation fühle, noch einmal der Geist der Zwietracht herangetragen werde. Diesen Arbeiter als den besten Sohn des Vaterlandes zu schützen, sie die vornehmste Aufgabe für die Betriebsführer. Ein letzter Aufruf ergehe aber auch an die, welche noch immer glauben, sich aus Ueberheblichkeit und Standesdünkel von der Gemeinschaft des schaffenden Volkes ausschließen zu können. Wenn der Führer den Kampf um die Seele des Arbeiters führe, und wenn die Partei in Liebe und unbedingter Hingabe zu ihm stehe, so gelte es, gerade heute nicht müde zu werden, sondern die Revolutionierung weiterzutreiben, bis auch das letzte Herz für die Idee des Nationalsozialismus erobert sei.

So habe die Weihe einer Fahne ihren tiefen Sinn. Eine neue Gemeinschaft schare sich in Kameradschaft und Disziplin hinter den Symbolen der Bewegung, um für ein ewiges Deutschland zu marschieren. Mit den mahnenden Worten: „steht treu zur Arbeit, zu Heimat und Volk und Führer, damit die toten Kameraden des Krieges und der Bewegung nicht umsonst ihr Leben ließen“, berührt Pg Künzel dann mit der Sturmfahne der SA das neue Zeichen der DAF und gibt ihr die Weihe. Nach dem Gruß an Volk und Führer, dem das Deutschlandlied und Horst-Wessel-Lied folgen, weist Ortsgruppenleiter Pg Rust auf die Arbeit des Deutschen Tages hin. Er gibt er der Hoffnung Ausdruck, daß dieser Tag der in seinem weiteren Verlauf der Fröhlichkeit und Geselligkeit vorbehalten ist, ein Kraftquell sein möge für die harte Arbeit der kommenden Wochen.

07.08.1935

Rückkehr der Ferienkinder. Dienstag kehrten 26 Ferienkinder, die sich sechs Wochen lang bei bayrischen Pflegeeltern erholen durften wieder heim. Gesund und gut gepflegt und von den Pflegeeltern mit allerlei schönen Sachen bedacht, konnten sie mit ihren Eltern ein frohes Wiedersehen feiern.

08.08.1935

Felddiebstahl. Auf dem Kartoffelfeld des Landwirtes Neubauer waren nachts wiederholt Kartoffeln in beträchtlicher Menge gestohlen worden. In der Nacht zum Mittwoch gelang es Neubauer, einen Dieb zu stellen.

Reichswehr marschiert durch unseren Ort. Teile eines Bataillons des Inf.-Regts. Stettin marschierten Mittwoch früh durch den Ort. Donnerstag abend um 6 Uhr wird das Bataillon auf dem linken Oderufer bei Mescherin ein Biwak beziehen. Um 10 Uhr abends findet ein großer Zapfenstreich statt. Der Besuch des Biwaks ist gestattet.

Amtsträgersitzung des RLB. Ortsgruppenführer Pg. Schulz verpflichtete Dienstag abend den Kameraden Klengel als Untergruppenführer und den Kameraden Edeler als Werbeleiter der Ortsgruppe Podejuch des RLB. Die Kameraden Wolf, Kengel, Wiesener und Schmidt erhielten den Ausweis zum Tragen der Uniform eines Truppenmeisters. Pg. Schulz gab bekannt, daß in den letzten Tagen 25 neue Mitglieder für den RLB geworben werden konnten.

13.08.1935

Gesamtschulungsabend. Im großen Saal des Parteilokals Kuhrke hält die Ortsgruppe des NSDAP Dienstag 8.30 Uhr einen Gesamtschulungsabend ab. Bürgermeister Pg. Dr. Unger spricht über Gemeindeangelegenheiten.

Erfüllung der Schießbedingungen. Sonntag Vormittag hielt der Sturm 14/210 unter Führung des Obersturmfühers Stahlkopf sein Bedingungsschießen im Rahmen des Reichswettkampfes des SA ab. Gute Durchschnittsleistungen wurden erzielt.

Einweihung der Kammerlichtspiele Donnerstag, den 15. August, wird in Podejuch ein nach modernen Grundsätzen erbautes Lichtspieltheater, das den Namen „Kammerlichtspiele“ erhält, eingeweiht. Zur Erstaufführung werden Vertreter der Gemeinde, der Partei und ihrer Gliederungen erscheinen.

14.08.1935

Bretter gestohlen. Auf dem Dresch wurden vor einigen Tagen 100 Quadratmeter Bretter gestohlen, die jetzt größtenteils durch die Gendarmerie in Finkenwalde sichergestellt werden konnten. Das gestohlene Material hatte bereits zum Laubenbau Verwendung gefunden.

20.08.1935

Unfall im Spiel. Auf dem Neubaugelände in der Nähe des alten Friedensburger Friedhofes verunglückte der fünfjährige Harald Bleeck. Der Knabe zog sich durch einen unglücklichen Sprung einen komplizierten Unterarmbruch zu, so daß er sich in spezialärztliche Behandlung begeben mußte.

25.08.1935

Volksfest der NSKOB. Am Sonntag veranstaltet die Ortsgruppe Podejuch der NSKOB in der „Waldhalle“ ein Volksfest mit großer Verlosung und Preisschießen. Abends werden Kinder einen Fackelzug veranstalten. Tanz beschließt das Fest.

Zwei Monate Gefängnis für Waldfrevel. Vom Schöffengericht Stettin wurde ein Podejucher Einwohner wegen Waldfrevels zu zwei Monaten Gefängnis und 60 Mark Geldstrafe verurteilt. Er hatte im Frühjahr erhebliche Mengen Kätzchen und Tannengrün aus der Buchheide entwendet.

30.08.1935

Verhaftung. Wegen Beteiligung an kommunistischen Umtrieben wurde der in Podejuch wohnhafte 29 Jahre alte Walter Embacher Mittwoch Nachmittag im Auftrage der Geheimen Staatspolizei Stettin verhaftet und nach Stettin gebracht.

Kanalisation auf dem Dresch. Eine Berliner Firma stellt zur Zeit für die zahlreichen Neubauten auf dem Dresch eine Kanalisation für Regenwasser und Leitungsabwasser her. Sie beginnt an der Sydowsauer Grenze und führt durch die Bahnhof- und Klosterstraße ohne Klärstation direkt in die Ostoder, da sie kein Schmutzwasser führen soll. Durch die Ausführungen finden ...

NSBO war die Arbeiterorganisation der NSDAP. Sie trat am 2. Mai 1933 an die Stelle der freien Gewerkschaften, die durch Hitler verboten wurden. Die Abkürzung steht für Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation.

 Hago = Nationalsozialistische Handwerks-, Handels- und Gewerbe-Organisation = Gliederung der NSDAP (1933-1935), danach Teil der DAF]

 Nationalsozialistischer Lehrerbund [= NSDAP-angeschlossener Verband (ab 1929)]

 Schloss Wartin ? = NSDAP-Gauleiterschule (westlich von Greifenhagen gelegen)

 NSKOB =  Amt für Kriegsversorgung

 RLB = Reichsluftschutzbund

 Rekosei = Reichsverband der Feinkosthändler

 NSKK = Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps [Sondereinheit der SA (1931-1934), danach Gliederung der NSDAP]

 

 

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