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Pommersche Zeitung
Berichte über Podejuch

 

 

Zeitungsberichte 1934

zurück zur Jahresauflistung

28.01.1934

Seinen 90. Geburtstag feierte hier der Hausbesitzer Paul Mandel. Zahlreiche Gratulanten erschienen bei dem Jubilar, u.a. auch das gesamte Trompeterkorps des Art.-Reg. 2, Altdamm.

In der Angelegenheit des schnellen Todes des Arbeiters E. Lange aus der Waldstraße weilten der Kriminalrat und die Gerichtskommission an Ort und Stelle. Die Ehefrau des Verstorbenen sowie der Arbeiter Paul Zahl wurden verhaftet.

31.01.1934

Hohe Brennholzpreise. Rege Nachfrage nach Brennholz ließen auf dem letzten Holzverkauf der Oberförsterei Podejuch die Preise sehr in die Höhe gehen. Alles Holz wurde mit weit über den Taxpreis verkauft. Es erzielten für den Raummeter Kiefernknüppel 4 bis 4,50 RM, Kiefernscheite 5 bis 5,50 RM, Buchenscheite 6 bis 7 RM, Buchenscheite (Anbruch) 4 bis 5 RM, Buchenknüppel 4,50 bis 5 RM.

Ermittelter Diebstahl. Im Dezember v. J. wurde bei dem Töpfer Gustav Mathe, Fischerstraße, ein fast neues Herrenfahrrad mit Dynamolampe beschlagnahmt. Ermittlungen der hiesigen Gendarmerie zusammen mit der Stettiner Kriminalpolizei ergaben jetzt, daß das Fahrrad aus einem Einbruchsdiebstahl in Rieth, Kr. Ueckermünde, stammt.

Zur ersten Wiederkehr des Tages der Machtergreifung durch Adolf Hitler hielt Lagerführer Neumann vor den Kameraden des Arbeitsdienstlagers eine kurze Ansprache, die in ein „Sieg Heil!“ auf das Vaterland und den Führer ausklang. Am Nachmittag hörten die Lagerinsassen in der Podejucher Waldhalle im Rundfunk die Rede des Reichskanzlers, die Unterführer nahmen am Abend an der kirchlichen Feier teil.

04.02.1934

Vom Gerüst gestürzt ist der Maler Emil Prester. Er erlitt schwere innere Verletzungen und musste ins Stettiner Krankenhaus übergeführt werden.

Die grauen Glückmänner sind auch in Podejuch eingetroffen und wurden lebhaft begrüßt. Am ersten Tage sind bereits 350 Lose abgesetzt worden.

07.02.1934

Seine Jahreshauptversammlung hielt der Deutsche Handlungsgehilfenverband, Zweigverein Podejuch-Sydowsaue ab. Vertrauensmann Köhler – Sydowsaue gab einen Arbeitsbericht. Sodann sprach Kreisgeschäftsführer Pg. Rinderle – Stettin über das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit.

10.02.1934

Diebstahl. Der Firma Fleischfresser u. Irmer wurden nachts drei Zentner Koks, zwei Zentner Kohlen und zehn Meter Kantholz gestohlen. Den Ermittlungen der Polizei gelang es, den Dieb zu ermitteln und ihm das gestohlene Gut wieder abzunehmen.

15.02.1934

Gemeinderatssitzung. Nach Beratung der Ortssatzung über die Erhebung von Berufsschulbeiträgen wurden vom Gemeinderat die Berufsschulbeiträge festgesetzt auf jährlich sechs Reichsmark für jeden Arbeitnehmer in den Betrieben. Ein Arbeiter-Eigenheim in der Danziger Straße wurde an den Schwerkriegsbeschädigten Erich Benz verkauft. Der Posten des Schuldieners wurde dem Arbeiter Ringhand übertragen. - Der Entwurf des Haushaltsplanes für das neue Rechnungsjahr schließt in Einnahme und Ausgabe mit 714.700 RM ab gegenüber 820.751 RM im Vorjahre.

20.02.1934

Kameradschaftsabend. Der Sturm R. 32/2 beging seinen ersten Kameradschaftsabend. Sturmführer Köhn wies in seiner Ansprache auf den Wert der Kameradschaft hin. Im Verlauf des Abends erschien auch Oberführer Naumann.

25.02.1934

Im Haus- und Grundbesitzerverein wurde zum Vereinsführer der bisherige Vorsitzende Pg Garske gewählt.

Der Kaninchenzüchter-Verein hat folgende Beratungsstellen eingerichtet: W. Beuse, Waldstr. 13, K. Meinecke, Triftweg , W. Köppen, Dammer Straße, W. Baechler, Friedensburg 40

07.04.1934

Vom Tode des Ertrinkens gerettet. Der jugendliche Heinz Köhnemann fiel, als er auf den Planken am Bollwerk spielte, in die Reglitz und ging sofort unter. Der Fischer Franz Behrenbruch, der auf die Hilferufe eines anderen Knaben herbeigeeilt war, sprang dem Ertrinkenden sofort nach. Es gelang ihm, den Knaben an Land zu bringen. Wiederbelebungsversuche waren von Erfolg. Mit diesem Kind hat Behrenbruch bereits drei Menschen vom Tode des Ertrinkens gerettet.

08.04.1934

Mitgliederversammlung der „Deutschen Christen“. Der Gemeindegruppenleiter Pg. Brügge, begrüßte ab 1. April hier angestellten Hilfsprediger Pg. Wobith. Einen Bericht über die kirchenpolitische Lage gab Kons.-Rat Dr. Jahns.

09.04.1934

Einen bunten Abend veranstaltete der Sturm 33/II. Mitglieder des Stettiner Stadttheaters bestritten die Unterhaltung. Sie sorgten bald für eine fröhliche Stimmung. Nach einer Verlosung blieb man bei deutschen Tänzen noch lange gemütlich zusammen.

11.04.1934

Deutsche Christen. Eine Kundgebung veranstaltete die Gemeindegruppe der „Deutschen Christen“. Ueber das Thema: „Hakenkreuz und Christuskreuz“ sprach Pg Hilfsprediger Wobith, Podejuch, und über „Das kirchliche Wollen der Deutschen Christen“ Pg Pfarrer Neumann, Stettin.

13.04.1934

Eine Werbeversammlung der NS Hago fand im „Landhaus Friedensburg“ statt. Es sprachen die Pgg Nowack, Stettin, und Amtsleiter Eggert, Stettin. Pg Eggert hob besonders die Aufgaben der Frau beim Einkauf und ihre Pflichten gegenüber Volk und Staat hervor.

Die 13 Jahre alte Resi Reth, Tochter des Schmieds Hermann Reth, fuhr auf dem Fahrrad in den unteren Ortsteil. Sie stürzte dabei so unglücklich, daß sie sich eine schwere Verletzung zuzog, die ihre Ueberführung ins Stettiner Krankenhaus nötig machte.

In der hiesigen Schule hatte die Jungmädel-Ringführerin Randow-Ost, Ursula Wilke, 25 Gruppen- und Scharführerinnen für vier Tage um sich versammelt, um sie für die Aufgaben der nächsten Zeit zu schulen.

Am kommenden Sonnabend findet um 3 Uhr nachmittags die feierliche Einweihung des Arbeitsdienststammlagers in den Räumen der früheren Chamottefabrik statt. Ab 5 Uhr sind die Gebäude zur Besichtigung freigegeben. Abends schließt sich ein Deutscher Abend der NS Frauenschaft in der Waldhalle an.

14.04.1934

Die Berufswettkämpfe für die  Fachschaft Fischerei finden unter Leitung des Bg. Kleinke statt. Die Teilnehmer versammeln sich um 2 Uhr in der Gaststätte Badeanstalt. Es sind praktische und theoretische Aufgaben zu lösen.

20.04.1934

Die NS Volkswohlfahrt hielt ihre erste öffentliche Werbeversammlung ab. Nach einleitenden Worten des Amtsleiters der NSO, Pg Nadler, gab der Kassenwart Pg Friedrich einen Bericht über das Winterhilfswerk. Danach wurden ausgegeben: 78 Zentner Lebensmittel, 434 Pfund Fleisch, 110 Pfund Fisch, 7328 Brote, 763 ½  Zentner Kartoffeln, 4097 Zentner Kohlen, 75 Raummeter Holz, 2136 Kleidungsstücke und Wertgutscheine im Betrage von zusammen 3940 M. Ueber die Aufgaben der NSO sprach alsdann der Kreisamtsleiter der NSO, Pg Richter – Warsow.

Gemeinderatsversammlung. Im Mittelpunkt der letzten Gemeinderatssitzung stand die Beratung über den Anschluß an den Zweckverband „Stettiner Raum“. Pg Ritter gab einen Ueberblick über die bisherigen Verhandlungen. Der Beitritt soll in Kürze erfolgen. Von den Gemeinderäten wurden Bedenken nicht geltend gemacht. Zum Bau von Randsiedlungen wurde beschlossen, zunächst nur zehn oder zwölf solcher Häuser zu errichten. Dem Bau weiterer Randsiedlungen stehen zur Zeit geldliche Schwierigkeiten entgegen.

Gemeinsame Sitzung der NSLB. Die Ortsgruppe Podejuch, Finkenwalde, Altdamm des NSLB hielten hier eine gemeinsame Sitzung ab. Nach Begrüßungsworten des hiesigen Ortsgruppenobmannes, Pg Grewe, sprach der Kreisobmann Pg. Mieler (Podejuch) über „Hitler als Erzieher“. Ferner hielt Pg. Ott (Podejuch) einen Vortrag über „Nationalsozialismus und der Wehrgedanke“.

20.04.1934

Einweihung des Arbeitsdienstlagers Podejuch
Das dritte im Kreise Randow

Das ehemalige Fabrikgebäude der Chamotte-Fabrik an der Reglitz war von der Gemeinde erworben worden, um hier ein Arbeitsdienst-Stammlager unterzubringen. Seine Einweihung wurde festlich begangen. Eingeleitet wurde die Feier durch ein Platzkonzert der Arbeitsdienst-Gruppenkapelle auf dem Kaiser-Friedrich-Platz. Im großen Tagesraum der Arbeitsdienst-Kaserne vereinigten sich sämtliche am Um- und Ausbau beschäftigt gewesenen Handwerker, die Gemeindeverwaltung und Vertreter der Kreisleitung sowie der benachbarten Ortsgruppen der NSDAP mit den Kameraden vom Arbeitsdienst an einer Kaffeetafel. Amts- und Gemeindevrosteher Pg Ritter hielt die Eröffnungsrede, die mit den Worten schloß: „Gern und zuversichtlich übergebe ich dieses Haus dem Arbeitsdienst. Nehmen Sie, Oberfeldmeister Neumann, das Lager in Ihre Obhut und machen Sie daraus eine Pflanzstätte nationalsozialistischen Geistes. Und ihr, Arbeitsdienstkameraden freut euch, daß Adolf Hitler euch wieder ein festes Marschziel gegeben hat. Ich weihe dieses Haus mit den Worten: Wir dienen mit der Arbeit Volk und Vaterland.“

Nach ihm sprach Pg Classen der Gemeinde Podejuch seinen Dank aus. Die Gemeinde Podejuch ist, sagte er u.a. mustergültig vorangegangen. Kurz vor meinem Ausscheiden ist es mir eine besondere Freude, dieses Lager noch eröffnen zu dürfen. „Rein die Hand, grob die Faust, treu das Herz, deutlich allerwärts“ – das sei die Parole des Arbeitsdienstes.

Kreisleiter Keller wies darauf hin, daß es im letzten Jahr möglich war, im Kreise Randow mit dem heute geweihten zusammen drei Arbeitsdienst-Stammlager zu eröffnen und zwar: Penkum, Pölitz und Podejuch. Aus der einstigen roten Hochburg Podejuch sei eine Hochburg des Nationalsozialismus geworden. Mit einem Appell zur Pflichterfüllung an die Arbeitsdienst-Kameraden schloß Pg Keller seine Ansprache, der sich das Deutschlandlied und das Horst-Wessel-Lied anschlossen.

Am Abend weilten die Soldaten der Arbeit als Gäste auf dem Deutschen Abend der NS Frauenschaft.

21.04.1934

Gedenkstunde im Arbeitsdienstlager. Der Geburtstag des Führers wurde im Arbeitsdienstlager durch eine schlichte Gedenkstunde gefeiert. Die Kameraden versammelten sich im Tagesraum, wo Oberfeldmeister Neumann eine Ansprache hielt. Die Feierstunde wurde mit einem Sieg Heil auf den Führer und mit dem Singen des Deutschland- und Horst-Wessel-Liedes beendet.

24.04.1934

Einen Kameradschaftsabend veranstaltete der SAR-Sturm 32/2. Der vergrößerte Saal der Waldhalle war wieder voll besetzt. Der Abend verlief in echter kameradschaftlicher Stimmung.

Die Politischen Leiter und Amtswalter der hiesigen Ortsgruppe machten zusammen mit dem Amtswalterkorps der Ortsgruppe Finkenwalde den ersten gemeinsamen Ausmarsch durch die Buchheide. Die Führung hatte Pg Krause, Podejuch. Diese gemeinsamen Ausmärsche sollen fortan monatlich stattfinden.

26.04.1934

Die Kirchgemeindevertreter genehmigten in ihrer Sitzung den vom Gemeindekirchenrat vorgelegten Haushaltsplan der Kirchkasse für das Rechnungsjahr 1934, der in Einnahme und Ausgabe mit 10.000 RM abschließt, und beschlossen die Erhebung einer Kirchensteuer in Höhe von 10 Prozent des Reichseinkommensteuersolls des Vorjahres. Ferner wurde die Anschaffung einer neuen Turmuhr und die Erneuerung der Kirchentüren bewilligt. Die Anschaffungskosten für die neue Uhr belaufen sich auf 1.200 RM.

01.07.1934

Lichtbildvortrag. Die NSKOB-Ortsgruppe hatte die Partei mit ihren sämtlichen Gliederungen zu einem Lichtbildvortrag eingeladen. Pg. Wilke eröffnete die Versammlung und verlas einen Abschnitt der Flandernschlacht. Alsdann führte Kamerad Rose eine Lichtbilderreihe vor, die er von einer Reise in die ehemaligen Kampfgebiete des Westens mitgebracht hatte.

Der Spar- und Darlehnskassenverein hielt seine ordentliche Generalversammlung ab. Lehrer Maaß begrüßte alle Gäste und Vertreter des Verbandes. Bezirksvertreter Major a.D. Keil und Geschäftsführer Beyer, Stettin, Der Rendant, Lehrer Liermann, erstattete den Geschäftsbericht. Als Vorsitzender wurde Lehrer Maaß wiedergewählt.

03.07.1934

Ein Schwindler. Ein gewisser Hermann Sprengel reist hier umher und verkauft Bücher und Zeitschriften. Er gibt an, von der Partei dazu beauftragt worden zu sein. Dies trifft nicht zu. Es wird gebeten, bei seinem Erscheinen sofort der Geschäftsstelle der NSDAP Mitteilung zu geben.

Auf der Tagung der Amtswalter der DAF sprach Pg Kriegsmann über die politische Lage. Pg. Frädrich erstattete Bericht über die Kreistagung in Niederzahden.

Gesperrt ist bis zum 15. September für schwere Lastfuhrwerke und Lastkraftwagen die Waldstraße Podejuch-Clebow. Umleitung erfolgt über Sydowsaue und Klütz, Chaussee Massowslank.

06.07.1934

Eine Kundgebung veranstaltete die Gemeindegruppe der Deutschen Christen. Gemeindegruppenleiter Pg Brügge berichtete übe den Kampf der Deutschen Christen um die Neugestaltung der evangelischen Kirche. Alsdann sprach Pg Konsistorialrat Simon, Stettin, über „Die Neuordnung der kirchlichen Dinge in Deutschland“.

07.07.1934

Neuer Gemeindeschulze. Zum Gemeindeschulzen der Landgemeinde Podejuch ist vom Landrat des Kreises Randow Dr. Karl Unger, Berlin, berufen. Die Uebernahme der Geschäfte wird in den nächsten Tagen erfolgen. Pg Ritter, der bisherige stellvertretende Gemeindeschulze, hat mit dem 4. Juli die Geschäfte des Bürgermeisters der Stadt Penkum übernommen.

08.07.1934

Kanalisationsarbeiten. Vor einigen Tagen ist mit dem so dringend notwendigen Kanalisationsarbeiten begonnen worden. Rund 50 hiesige Arbeiter bauen zunächst den Stammkanal, der eine Länge von 130 Meter hat. Die Arbeiten sind recht schwierig, da auf der vorgesehenen 2.10 Meter-Sohle noch Torf steht. Der Gemeinde steht für die Kanalisationsarbeiten zunächst der Betrag von 123.800 Mark von der „Oessa“ zur Verfügung.

Im Walde verirrt. Der zehnjährige Otto Ziebell verirrte sich am Freitag beim Blaubeersuchen im Walde. Gestern Vormittag traf der von Barnimshof mit seinem Gefährt kommende Milchkutscher den Umherirrenden an und brachte ihn zu seinen Eltern.

10.07.1934

Amtseinführung. Der neue Gemeindeschulze Pg Dr. Unger wurde gestern Nachmittag in sein Amt eingeführt. Dazu hatten sich die Beamten und Angestellten der Gemeinde versammelt. Im Auftrage der Beamten- und Angestelltenschaft begrüßte Gemeindeinspektor Steffen den neuen Gemeindeschulzen und gelobte ihm treue Pflichterfüllung und Gefolgschaft. Er dankte auch dem scheidenden Gemeindeschulzen Pg Ritter für die gedeihliche Zusammenarbeit.

Die Freiwillige Feuerwehr wurde mit einer Führertagung in Anwesenheit des Kreisfeuerwehrführers Röver aus Penkum eingeleitet.

12.07.1934

Diebstahl. Bei der vor einiger Zeit festgenommenen Agnes Lüdtke wurde jetzt beschlagnahmt: eine Herrenarmbanduhr und ein Damenregelmantel. Die Eigentümer werden gebeten, sich bei Gendarmeriewachmeister Uecker, Podejuch, Bahnhofstr. 46, zu melden.

Festgenommen wurde der 21 Jahre alte Fritz Lieske. L. hat in den Abendstunden des letzten Sonntags in den Anlagen in Greifenhagen ein Sittlichkeitsverbrechen an einem sechsjährigen Mädchen verübt. Der Täter wurde bei der Gegenüberstellung von dem Kinde einwandfrei erkannt.

19.07.1934

Straßensperre. Wegen der Ausführung von Kanalisationsarbeiten ist bis zum 23. Juli die Klosterstraße ganz und die Bahnhofstraße von der Sydowsauer Grenze bis zum Kaiser-Friedrich-Platz für den Durchgangsverkehr gesperrt.

Postmeister Ulrich, der Leiter des hiesigen Postamtes, ist nach Stettin versetzt worden. Bis zur Neubesetzung der Postmeisterstelle leitet Postsekretär Wolf das Postamt.

Neuer Ortsgruppenleiter. An Stelle des als Bürgermeister nach Penkum berufenen Pg Ritter wurde als Ortsgruppenleiter der NSDAP Pg Krause eingesetzt. Seine Einführung erfolgt am Freitag durch den Kreisleiter Pg. Keller. Zum kommissarischen Amtsvorsteher ist mit sofortiger Wirkung der Gemeindeschulze Pg Dr. Unger ernannt worden.

Auf ein 25 jähriges Arbeitsjubiläum bei den Didier-Werken in Stettin konnte der Maschinenmeister Boy, Fabrikstr. 11, zurückblicken. Als Jubiläumsgabe wurde ihm Hitlers „Mein Kampf“ überreicht, ferner eine goldene Uhr und von der Direktion ein Geldgeschenk.

20.07.1934

Deutsche Christen. In der letzten Sitzung teilte der Gemeindegruppenleiter mit, daß am kommenden Sonntag in der Waldhalle eine Arbeitstagung aller Gemeindegruppenleiter und Vertrauensmänner des Kirchenkreises Kolbatz stattfindet.

Der Gründungstag der Gemeindegruppe am 11. August soll festlich begangen werden. Die Arbeitstagung der Kirchenkreise Stettin Stadt und Land, Greifenhagen und Kolbatz sieht verschiedenen Vorträge vor; u.a. sprechen Landesleiter Kuhlmeyer, Kontistorialrat Nicklas und Magistratsschulrat Biernow.

22.07.1934

Amtsübergabe. Am Freitagabend verabschiedete sich Ortsgruppenleiter Pg Ritter, der nach Penkum geht, von der Ortsgruppe der NSDA? und ihren sämtlichen Gliederungen. Er gab dabei einen Rückblick auf die Jahre des Kampfes in der hiesigen Ortsgruppe. Kreisleiter Keller dankte dem scheidenden Ortsgruppenleiter und übergab die kommissarische Leitung der Ortsgruppe dem Parteigenossen Krause. Anschließend sprach der Kreisleiter über die politische Lage.

Dem Tischler A. Ehalt, der infolge einer Kriegsbeschädigung an häufigen Krampfanfällen leidet, wurde bei dem letzten Unfall auf der Straße eine goldene Uhr, seine beiden Ringe und ein Geldbetrag gestohlen. Geldbeträge wurde dem Bedauernswerten auf diese Weise bereits des öfteren entwendet.

22.07.1934

Ein Waschküchenbrand entstand bei dem Landwirt Rudolf Grewendorf. Das Feuer griff mit großer Schnelligkeit um sich und bedrohte stark die daneben liegende gefüllte Scheune. Die Feuerwehr war in wenigen Minuten zur Stelle und griff das Feuer aus sechs Schlauchleitungen an. Ein weiteres Umsichgreifen des Feuers, das bei der unmittelbaren Nähe der Gasanstalt unabsehbare Wirkungen gehabt hätte, ist durch den schnellen Einsatz der Feuerwehr vermieden worden.

24.07.1934

Entrümpelung. Auf Anordnung der Ortspolizeibehörde und des Reichsluftschutzbundes Ortsgruppe Podejuch wird in der kommenden Woche auch in Podejuch mit der Entrümpelung der Dachböden begonnen. Bis zum 10. August soll die Aktion beendet sein.

Wasserschäden. Bei den mit starken Niederschlägen verbundenen Gewittern der letzten Tage ist ziemlicher Schaden angerichtet worden. Die Waldstraße ist mit Massen von Spülsand bedeckt. Im oberen Teil des Iserweges wurde die erst vor kurzem aufgetragene Schlackenschicht völlig weggespült. Der zur neuen Siedlung führende Weg ist teilweise bis zu einem Meter tief ausgewaschen. An vielen anderen Stellen wurden Bordsteine und Schrittplatten weggerissen.

25.07.1934

Eine Arbeitstagung der Gemeindegruppenleiter und Vertrauensmänner der „Deutschen Christen“ aus dem Kirchenkreis Kolbatz fand hier in der Waldhalle statt. Pg. Brügge sprach über die kirchenpolitische Lage. Im Anschluß daran wurde die weitere Arbeit im Kreise Kolbatz besprochen und schließlich eine Anzahl von Organisationsfragen erledigt.

In letzter Zeit häufen sich die Fälle, das Jugendliche nachts laut singend durch die Straßen ziehen. Amtsvorsteher Pg. Dr. Unger hat deshalb bereits darauf hingewiesen, daß nächtliche Ruhestörer im Wiederholungsfall mit einer empfindlichen Geldstrafe zu rechnen haben.

In den heißen Tagen machte sich erneut das Fehlen einer Badeanstalt im Ort unangenehm bemerkbar. Es ist zu wünschen, daß die Gemeinde den Plan der Schaffung einer gemeindeeigenen Badeanstalt zur Ausführung bringt.

27.07.1934

Die Deutschen Christen hielten im Lokal Manzke eine Mitgliederversammlung ab. Der Gemeindegruppenleiter gab eingangs einen Bericht über die kirchenpolitische Lage. Dabei teilte er der Versammlung mit, daß der Landesleiter der Deutschen Christen Pg. Kuhlmeyer, vom Reichsbischof in die Nationalsynode berufen worden ist. Am 11. August ist der Jahrestag der Gründung der Podejucher Gemeindegruppe. An diesem Tage findet daher ein Treffen sämtlicher Gemeindegruppen aus Stettin und Stettin Land, Kreis Greifenhagen und Kolbatz statt. Am Nachmittag sprechen in einer Arbeitstagung die in der Waldhalle stattfindet, Landesleiter Pg. Kuhlmeyer, Gauschulungsobmann Pfarrer Neumann, stellvertretender Landesleiter Pg. Konsistorialrat Nicklas, Superintendent Lohoff, Obermagistrats Pg. Biernow. Den Höhepunkt des Tages bildet eine abendliche Veranstaltung, zu der Bischof Thom sein Erscheinen zugesagt hat.

Die Kanalisationsarbeiten sind in vollem Gange. Nachdem man zunächst mit den Arbeiten am Stammkanal begonnen hatte, ist man nun bereits mit der Verlegung der Rohre durch die Klosterstraße fast fertig, so daß seit heute die Arbeiten in der Waldstraße begonnen haben. Hier wird ein Anschluß der bereits vor Jahren verlegten Rohre in den oberen in die Waldstraße einmündenden Straßen erfolgen.

28.07.1934

Straßensperrung. Für den weiteren Ausbau der Kanalisation ist die Waldstraße für den Durchgangsverkehr bis auf weiteres gesperrt.

Der Sturm R. 32/2 macht am Sonntag, 12. August, eine Dampferfahrt nach Schwedt a.d. Oder. Anmeldungen zu der Fahrt sollen möglichst schon jetzt erfolgen. Der Fahrpreis beträgt 1,20 Mark.

29.07.1934

Sprengung von Fabrikschornsteinen. Aus Sicherheitsgründen fand auf dem Gelände der früheren Schamottefabrik die Sprengung der beiden Schornsteine durch die Abteilung Pioniere aus Stettin statt. Damit sind die beiden letzten Ueberreste des Fabrikgrundstücks, die bisher immer noch als Wahrzeichen vorhanden waren, verschwunden.

10.08.1934

Ehrung. Anläßlich der goldenen Hochzeit wurde dem Ehepaar Glasermeister Steinbrink die kirchliche Ehegedenkmünze verliehen.

14.08.1934

Bezirkstagung. Aus Anlaß des einjährigen Bestehens der hiesigen Gemeindegruppe „Deutsche Christen“ stand in der Waldhalle eine Bezirkstagung sämtlicher Gemeindegruppen aus den Kirchenkreisen Stettin Stadt und Land, Greifenhagen und Kolbatz statt, Eingeleitet wurde die Tagung durch eine Andacht von Prediger Wobith, Hökendorf. Nach Begrüßungsworten des Gemeindegruppenleiters Pg Brügge sprach Konsistorialrat Niklas, Stettin, über die kirchenpolitische Lage. Gauschulungsobmann Pfarrer Neumann, Stettin, berichtete über Schulungsaufgaben der nächsten Zeit. Superintendent Lohoff, Naugard, legte die Ziele der Bewegung „Deutsche Christen“ dar. Schließlich richtete Studienrat Calliebe-Winter einige Worte an die Lehrer der DC-Bewegung. Am Abend sprach Bischof Thom ausführlich über das kirchliche Wollen der Deutschen Christen. Anschließend überbrachte der Bundesleiter Pg Kuhlmeyer der Gemeindegruppe Podejuch die Glückwünsche der Bundesleitung zum einjährigen Bestehen.

Für den nach Hökendorf versetzten Hilfsprediger Pg Wobith wurde Hilfsprediger Dr. Beyer nach hier versetzt.

22.08.1934

Zum Standesbeamten ernannt wurde der Amtsvorsteher und Gemeindeschulze Dr. Unger. Seine Stellvertreter sind die Gemeindeinspektoren Steffen und Wicklow.

Das Restaurant „Zur Klosterquelle“ ging infolge Zwangsversteigerung aus den Händen des bisherigen Besitzers Reich an den früheren Besitzer Otto Ziese über. Z. wird das Grundstück nicht wieder als Gastwirtschaft verwenden, sondern zu Wohnungen umbauen.

Die Gemeindegruppe der Deutschen Christen hielt ihre erste Mitgliederversammlung im neuen Arbeitsjahr ab. Nachdem Pastor Dr. Beyer einen Rückblick auf die Bezirkstagung gegeben hatte, sprach der Gemeindegruppenleiter über die Arbeit der Gemeindegruppe im ersten Jahr des Bestehens. Lehrer Maaß berichtete über die Kassenprüfung.

31.08.1934

Der Standort der HJ veranstaltete in der Waldhalle einen Gemeinschaftsempfang der Rede des Reichsjungendführers Baldur von Schirach für die HJ, BDM und JV, woran auch die Eltern teilnahmen.

Eine Funk- und Film-Werbeveranstaltung stand in der Waldhalle durch den Reichsverband der deutschen Rundfunkteilnehmer statt. Der Ortswart der Ortsgruppe Podejuch, Pg. Ramthun jun.,  wies in seiner Begrüßungsansprache auf die Tätigkeit des Reichverbandes hin. Zum Schluß gelangten noch einige Gedichte in plattdeutscher Sprache zum Vortrag.

Auf Veranlassung der Kreisverwaltung Randow der Deutschen Arbeitsfront fand eine Zusammenkunft der Betriebsführer, Vertrauensleute und Betriebszellenobleute statt. Nach einleitenden Worten des Ortsgruppen-Amtsleiters, Pg. Kriegsmann, sprach der stellvertretende Kreisleiter Pg. Röpke, Altdamm, über die Pflichten der Vertrauensrates und seine Stellung zum Betriebsführer. In Zukunft sollen regelmäßige Schulungsabende, die monatlich einmal stattfinden sollen, dazu beitragen, daß ein enger Zusammenschluß zwischen dem Vertrauensrat bzw. dem Betriebszellenobmann und dem Betriebführer erfolgt. Anschließend sprach Pg. Dr. Lück, Altdamm, über die Volksabstimmung und unseren Kampf um die Neinsager.

An der Mitgliederversammlung der NSDAP nahmen sämtliche Gliederungen teil. Kommisarischer Ortsgruppenleiter Pg. Krause eröffnete die Versammlung und gab einen Rückblick auf den Tag der Volksabstimmung am 19. August. Alsdann wurde von Pg. Brügge die Lichtbildreihe der Landesstelle Pommern für Volksaufklärung und Propaganda „Wie sie logen – wie sie schoben“ vorgeführt, an Hand derer das verwüstende Treiben der Juden in Deutschland vor dem 30. Januar 1933 gezeigt wurde.

04.11.1934

Versammlung. Ortsgruppenleiter Pg. Rust hatte Freitag abend sämtliche Politischen Leiter und Amtswalter zusammengerufen, um über seine Erlebnisse in Wartin zu sprechen. Anschließend forderte Pg. Rust zur tatkräftigen Mitarbeit am Winterhilfswerk auf. Am 9. November findet abends in der Waldhalle eine schlichte Totengedenkfeier statt. Die Mitgliederversammlung am 14. November soll zu einem Volksabend ausgestaltet werden, dessen Durchführung der NJ obliegt. Die Hitler-Jugend-Spielchar wird an diesem Abend in Podejuch ein Gastspiel geben. Pg. Rust gab schließlich bekannt, daß er in Zukunft jeden Nachmittag von 5 bis 7 Uhr in der Geschäftsstelle im Gemeindeamt für alle Volksgenossen zu sprechen ist.

06.11.1934

Die NS Frauenschaft veranstaltete in der Waldhalle einen Unterhaltungsabend, der durch Fahnenschwingen von Frl. Sydow und eine Ansprache der Kreisleiterin Pgn. Hügelow eingeleitet wurde. In der Programmfolge wechselten Gesangsvorträge von Frau G. Groß-Callies und plattdeutsche Vortragsstücke sowie „De Wett“ von Fritz Reuter. Eine Verlosung und Tanz beschlossen den Abend.

Eine Lutherfeier veranstaltete die Gemeindegruppe der „Deutschen Christen“. Es sprach Pg. Pastor Wobith, Hökendorf, über das Thema: Was gab uns die Reformation Luthers? Es folgte ein Lichtbildervortrag über Luther und unsere Zeit.

09.11.1934

Die Geschäftsstelle der Ortsgruppe der NSDAP im Gemeindehaus, 1 Treppe, ist in Zukunft wochentags außer Sonnabends von 5-7 Uhr nachmittags geöffnet. Ortsgruppenleiter Pg. Rust ist jeden Tag von 5-6 Uhr dort zu sprechen.

Das Forstamt Podejuch hält am Montag, den 12. November, ab ½ 10 Uhr vormittags, in der Waldhalle einen Holztermin ab.

Die Deutsch Angestelltenschaft, Ortsgruppe Podejuch-Sydowsaue hielt ihren ersten Vortragsabend aus der Reihe der Bildungsarbeit dieses Winters ab. Pg. Potratz sprach über „Wechsel- und Kreditrecht“.

13.11.1934

Eine Schillerfeier veranstaltete die Volksschule. Schulleiter Rektor Wilke sprach in seiner Begrüßungsrede über die Bedeutung Schillers für unsere Zeit. Es folgten Chorlieder und Gedichtsvorträge Schillerischer Werke, Szenen aus „Wilhelm Tell“ und als Abschluß die Aufführung von „Wallensteins Lager“.

15.11.1934

In der Gemeinderatssitzung wurde dem Vorschlag des Gemeindeschulzen zugestimmt, wonach die Lücke in der Siedlung am Birkenplatz durch den Bau von sechs Doppelwohnhäusern mit zwölf Wohnungen aufgeteilt werden soll. Zur Unterbringung bedürftiger Volksgenossen werden zwölf Ren- und Behelfswohnungen gebaut. Die Amortisation erfolgt derart, daß die Mieter in zehn Jahren Eigentümer des Hauses sind. Dann gab der Gemeindeschulze den Haushaltsplan und die voraussichtliche Finanzentwicklung für das erste Halbjahr 1934 bekannt und berichtete über bevorstehende Veränderungen im Straßenbild des Ortes sowie über Ergänzung und Instandsetzungsarbeiten in den Gemeindewerken. Die Bahnhofstraße soll von der Feuerlohstraße bis zur Sydowsauer Grenze auf 6,70 Meter verbreitet werden. Neben einem 1,50 Meter breiten Fahrradweg soll ein zwei Meter breiter Fußgängerweg angelegt werden.

Kundgebung. Die Ortsgruppenleitung der NSB ruft alle Volksgenossen zu einer großen Kundgebung mit OGL Teßnow, Stettin, zu Donnerstag abends 8 Uhr in die Waldhalle auf.

16.11.1934

In der Monatsversammlung des Fischer-Vereins wurden den Mitgliedern die neuen Abzeichen, wodurch die Fischer als zu dem Reichsnährstand gehörend gekennzeichnet werden, überreicht. Die Berufsfischer sind in ihrem Arbeitsbereich wesentlich geschmälert worden dadurch, daß viele Wasserstrecken an Sportangler verpachtet worden sind. Darüber wurden Klagen laut.

Das Forstamt hielt in der Waldhalle einen Holztermin ab. Da der Termin ziemlich stark besucht war, wurde beim größten Teil des Holzes die Taxe überboten. Für Brennholz alten Einschlages wurde gezahlt: für Eschenscheite 6,50 RM, für Buchenscheite 5,50 RM, Buchenreiser 1. Klasse 3 RM und Kiefernreiser 1. Klasse 2-2,20 RM pro Raummeter. Nutzholz des neuen Einschlages kostete: Kiefernstangen 1. Klasse 2 RM, 2. Klasse 1,30 RM je Stück. Für Brennholz neuen Einschlages wurden gezahlt im Durchschnitt: Buchenscheite 6,50 RM, Buchenknüppel 5 RM, Buchenreiser 1. Klasse 3 RM, Eichenscheite 6 RM und Kiefernscheite 5 RM pro Raummeter.

Die Ruhestandsbeamten und deren Hinterbliebene hielten ihre Monatsversammlung ab, in der mehrere Vorstandsämter neu besetzt wurden. 2. Vorsitzender ist Lehrer i.R. Wolff, Schriftführer Hegemeister i.R. Ladwig und Kassierer Hegemeister i.R. Lange.

Wegen der beginnenden Einbauarbeiten der Kanalisations-Vorrichtungen fand eine gemeinsame Sitzung aller Installateure und Klempner in Anwesenheit des Gemeindeschulzen und des OGL Pg. Rust statt, da für die Verlegung der Anlagen einheitliche Richtlinien, eine einheitliche Preisgestaltung und möglichst auch eine gemeinsame Einkaufsregelung getroffen werden sollen. Gemeindebauinspektor Schmidtke erläuterte den Gang der Handlung, bei der Anlage. Alle Handwerksmeister erklärten sich mit der einheitlichen Regelung einverstanden.

17.11.1934

Der untere Teil des Iserweges soll in der Länge von etwa 40 Meter eingezogen werden. Dafür soll ein Ersatzweg im Zuge des künftigen Weichselstraße über den unteren Teil des Grundstücks der Waldhalle geführt werden.

Der Spielchor der HJ gab in der Waldhalle ein Gastspiel. Das Programm brachte Volks- und Soldatenlieder sowie Tanz- und Sportvorführungen. Den Höhepunkt bildete ein lustiges Hans-Sachs-Spiel. Dann sprach der Standortführer Pg. Gustmann. – Im Anschluß fand eine Versammlung der NSDAP statt.

18.11.1934

Winterhilfswerk. Im Rahmen der Aufklärungsarbeit über das Winterhilfswerk fand eine Gemeinde-Pflichtversammlung statt. Nach einigen grundsätzlichen Ausführungen des Ortsgruppenleiters sprach Pg. Teßnow, Stettin, über die große Zielsetzung des Winterhilfswerkes.

Hilfsprediger Dr. Beyer wurde nach Finkenwalde versetzt.

Die Fotogilde in der Deutschen Angestelltenschaft hielt ihren 2. Schulungsabend ab. Der Leiter der Gilde, Lehrer Liesener, sprach über die Lehrer vom Licht.

In den nächsten Tagen beginnt der 2. Bildungskursus der Ortsgruppe (Englisch für Anfänger), Meldungen sind an den Bildungsobmann Millmer, Saarstr. 17, zu richten.

23.11.1934

Wegeverbesserungen. Am Hörningweg wird eine Promenade geschaffen und mit Winterlinden bepflanzt. Durch Abtragung einer Erdschicht ist eine Verbreiterung des jetzigen Fußgängerweges möglich.

In einem unbewachten Augenblick spielten die beiden Kinder des Architekten Wenzel mit einem Beil; der 8 Jahre alte Walter verletzte seinen jüngeren Bruder Georg an der linken Hand.

In einer Versammlung des Haus- und Grundbesitzervereins sprach der Gemeindeschulze Dr. Unger über Kanalisation, Wasserleitung und Anschlußzwang. Da die jährlichen Unkosten für die nun fast fertige Kanalisation etwa 18 000 Mark betragen, müssen diese auf die angeschlossenen Grundstücke umgelegt werden. Ueber die Finanzierung der Hausanschlüsse sprach Ortsgruppenleiter Pg. Rust und sagte Hilfe durch die Kredithilfe-Genossenschaft zu.

04.12.1934

Kameradschaftsabend. Die Ortsgruppe der Deutschen Arbeitsfront veranstaltete ihren ersten Kameradschaftsabend. Nach einem Prolog sprach Ortsgruppenamtsleiter Pg. Kriegsmann. Im weiteren Verlauf des Programms wechselten musikalische und humoristische Vorträge mit einer Aufführung „Der Sieg der Arbeit“.

07.12.1934

Die neue Straße durch das Odertal

Verkehrsstraße Ost im Werden – Arbeiten in Sand und Moor – Ende 1936 fertig

Draußen im Süden Stettins, wo Stadt und Land sich scheiden, wird seit einigen Monaten mit Hochdruck gearbeitet, hier entsteht die Verkehrsstraße Ost, die neue Verbindungsstraße zwischen der Berliner Chaussee und Podejuch, durch sie wird einst den immer schärfer hervortretenden Verkehrsschwierigkeiten der überlasteten Altdammer Straße ein Ende bereitet werden. Rund 420 Mann arbeiten hier zur Zeit in zwei Schichten, es geht von 6 Uhr morgens bis 11 Uhr abends. Deshalb ist auch für ausreichende Beleuchtung gesorgt, in kurzen Abständen zieht sich entlang der Linienführung eine elektrische Lampe an die andere, an der jeweiligen Arbeitsstelle sind 16 Scheinwerfer aufgebaut.

Die Verkehrsstraße Ost beginnt bei der Zuckerfabrik Scheune; der Straßenkörper ist auf einer Strecke von etwa 700 Meter bereits fertiggestellt, hier waren die Arbeiten verhältnismäßig leicht, weil nur geringe Höhenunterschiede zu überwinden waren. Kurz vor der Gemeinde Güstow wird die Straße 10 Meter unter dem Landweg hindurchgeführt, der das Dorf mit Stettin verbindet; dann frisst sie sich weiter tief in das Erdreich hinein. In langen Reihen stehen die Arbeiter und füllen Lore nach Lore mit Sand, ein moderner Löffelbagger leistet die nötige Vorarbeit. Fauchende Lokomotiven schieben die Züge der Oder zu, dort wird die Erde gebraucht, um die Höhenunterschiede auszugleichen.

Dem Kraftfahrer, der später einmal die neue Straße von Westen her entlangkommt, wird sich, wenn Güstow zur Rechten liegen bleibt, ein prächtiger Anblick bieten: das Odertal und die Höhenzüge der Buchheide liegen vor ihm. Von links zieht sich jetzt der Damm der Güterumgehungsbahn an die Verkehrsstraße heran. Die Arbeiten werden schwieriger; denn der Boden ist moorig. Man hat daher zur Festigung des Straßendammes zunächst drei Moorschlitze ausgehoben, in acht Meter Tiefe stieß man auf festen Untergrund. In diese Gräben wird Füllboden eingebracht, er kommt aus Mescherin in Kähnen, die Tag für Tag heranschwimmen. Am Ufer der Westoder ist eine besondere Entladevorrichtung gebaut, von hier aus befördern Loren den Füllboden zur Baustelle. Diese Moorgräben sind die Fundamente des künftigen Straßendammes.

Bisher sind insgesamt rund 120.000 Kubikmeter Boden bewegt, 60.000 Kubikmeter Moor ausgehoben worden. Die Erdarbeiten im ersten Bauabschnitt (Berliner Chaussee – Westoder) werden voraussichtlich Ende nächsten Jahres beendet sein, im kommenden Frühjahr wird man auch schon mit der Pflasterung beginnen, die Steine werden noch im Laufe des Winters herangefahren. Die notwendigen Brückenbauten über West- und Ostoder sind bereits vergeben, die Gründung der Pfeiler erfolgt sofort nach Ablauf des Winters. Die ganze Verkehrsstraße Ost wird, so hofft man, Ende 1936 vollendet sein, die Kosten werden sich insgesamt auf etwa 9 Millionen Mark belaufen.

Mit der Fertigstellung dieser Straße geht ein langjähriger Wunsch der Stettiner Bevölkerung und insbesondere der Einwohner der südlichen Vororte endlich in Erfüllung; der Anschluß an die Stadt erfolgt durch die ausgebaute Verbindungsstraße nach Pommerensdorf.

20.12.1934

Aufstellung eines Weihnachtsbaumes Die Ortsgruppe der NSDAP hat einen Weihnachtsbaum aufgestellt und einen Volksgenossen zur Entgegennahme von Sachspenden, Lebensmitteln und Geld postiert. Jeden Abend spielt die Kapelle Dittmann, ferner singt die Jugend Weihnachtslieder.

Die NSKOB veranstaltete am Dienstagnachmittag in der Waldhalle eine Adventsfeier. Bei Kaffee und Kuchen verlebten die Hinterbliebenen der Gefallenen und die Kinder der Kriegsbeschädigten stimmungsvolle Stunden und durften gefüllte Tüten mit nach Hause nehmen. Der Amtsleiter Pg Wilke legte seinen Ausführungen Gedanken über das Licht zugrunde, wie es die Germanen im Fest der Wintersonnenwende feierten. Kindergesänge, Gedichte und ein Reigen umrahmten die Feier.

22.12.1934

Weihnachtsbescherung. Im Lokal Roggow fand im Rahmen des WHW die Bescherung bedürftiger Kinder unter Mitwirkung der Leitung der NSB durch die Polizei statt. Amtsvorsteher Pg. Dr. Unger schilderte das Verhältnis der Polizei zur Volksgemeinschaft. Bei Kaffee und Kuchen blieben die Bescherten noch lange gemütlich beisammen. – In den Abendstunden zog die HJ auf den Müllerberg, um ihrer Wintersonnenwende zu begehen. Beim hell lodernden Holzstoß mahnte die Gruppenführerin Jgn. Zimmermann, der Toten zu gedenken und treu zum Führer zu halten. Mit einem Sprechchor und dem HJ Kampflied wurde die Feier beendet.

24./25.12.1934

Weihnachtsfeier. In der Podejucher Waldhalle hielt der Sturm 17/R 210 seine Weihnachtsfeier. Eingeleitet wurde sie durch die Verleihung der Ehrenkreuze an die Frontkämpfer des Sturmes. Die Ansprache hielt der Amtsvorsteher Pg. Dr. Unger. Die Ehrenkreuze übergab der Standartenführer Braasch. Gemeinsam gesungene Lieder, Gedichte, Sprechchor und Volkstänze wechselten in bunter Folge. Bei einer Kaffeetafel blieben die Kameraden noch lange gemütlich beisammen. Alle Kinder erhielten eine bunte Tüte.

28.12.1934

Schlägerei. In der Waldhalle fand am zweiten Weihnachtsfeiertag öffentlicher Tanz statt, bei dem die Gebrüder Albert und Werner Mathe Schlagerei anfingen. Obgleich ihnen das Lokal verboten wurde, drangen sie, unterstützt von einigen ihrer Genossen, wieder ein und zerschlugen Biergläser und Einrichtungsgegenstände. Den Gendameriebeamten wurde bei der Räumung des Lokals von den Raufbolden Widerstand geleistet, so daß die Beamten von der Hiebwaffe Gebrauch machen mussten.


NSBO war die Arbeiterorganisation der NSDAP. Sie trat am 2. Mai 1933 an die Stelle der freien Gewerkschaften, die durch Hitler verboten wurden. Die Abkürzung steht für Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation.

 Hago = Nationalsozialistische Handwerks-, Handels- und Gewerbe-Organisation = Gliederung der NSDAP (1933-1935), danach Teil der DAF]

 Nationalsozialistischer Lehrerbund [= NSDAP-angeschlossener Verband (ab 1929)]

 Schloss Wartin ? = NSDAP-Gauleiterschule (westlich von Greifenhagen gelegen)

 NSKOB =  Amt für Kriegsversorgung

 RLB = Reichsluftschutzbund

 Rekosei = Reichsverband der Feinkosthändler

 NSKK = Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps [Sondereinheit der SA (1931-1934), danach Gliederung der NSDAP]

 

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