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Pommersche Zeitung
Berichte über Podejuch

 

 

 Zeitungsberichte 1932 und 1933

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01.08.1932

Ergebnis Reichstagswahl

Podejuch: NSDAP 1292 Stimmen, SPD. 987, KPD. 945, Zentrum 56, DNDP 372, DBP. 44, Wirschaftsp. 38 Stimmen

03.07.1933

37 Podejucher Marxisten, darunter auch die gefallene sozialdemokratische Größe, Regierungsrat Bülow, wurden auf das Amtsbüro beordert und dort energisch verwarnt, sich noch weiter im marxistischen Sinne zu betätigen. Die Mehrzahl der Geladenen sahen sich das Nutzlose ihrer staatsfeindlichen Maulwurfsarbeit ein und versprachen Besserung. Die unsichersten Kantonisten aber, etwa 15 an der Zahl, lud man ein, täglich einmal auf dem Amtsbüro zwecks polizeilicher Kontrolle vorzusprechen.

04.07.1933

40 jähriges Dienstjubiläum. Sein 40jähriges Dienstjubiläum feierte der Oberzollsekretär Paul Sack, der Vorsitzende des hiesigen Kriegervereins. Unter den zahlreichen Gratulationen befand sich auch ein Glückwunschschreiben des Reispräsidenten v. Hindenburg.

Aus der Gemeindevertretung. Die Gemeindevertretung hielt eine kurze Sitzung ab, und zwar zum erstenmal ohne Marxisten. Um das geplante Straßenobjekt von der Waldstraße-Hörningweg nach dem Bahnhof verwirklichen zu können, wurde der Austausch eines Grundstücks an der Waldstraße mit einem unbebauten Grundstück an der Dammer Straße beschlossen

In Podejuch wurde am Sonntag ein „Deutscher Tag“ veranstaltet, an dem auch starke SA-Abordnung aus Stettin und den umliegenden Orten teilnahmen. Den Höhepunkt bildete die abends abgehaltene Schlußfeier mit der Rede des Amts- und Gemeindevorstehers Müller, Sydowsaue. Zu Gehör gebrachte Dichtungen des Heimatdichters Almosen fanden großen Beifall.

05.07.1933

In Treue zur Regierung Adolf Hitler. Nach viermonatiger Pause hielt der hiesige Verein selbständiger Handwerker und Geschäftsleute wieder eine Monatsversammlung ab, in der auf Grund einer vom Vorsitzenden, Malermeister Bütow, abgegebenen Erklärung ein Treuebekenntnis zur Regierung Adolf Hitler abgelegt und durch Erheben von den Plätzen bekräftigt wurde. Nachdem man zwei Jahre das Sommerfest hat ausfallen lassen, soll es in der üblichen Weise am Montag, dem 31. Juli, im „Irrgarten“ wieder gefeiert werden. Aus dem Kreise der Mitglieder wird gefordert, den langen Vereinsnamen in einen kürzeren umzuwandeln, z.B. Gewerbeverein. Die Beschlußfassung darüber soll in der nächsten der jetzt wieder regelmäßigen stattfindenden Monatsversammlung erfolgen.

08.07.1933

Besuch aus Berlin. Der auf seiner Ferienreise befindliche Berliner Kinderchor gab hier wieder wie im Vorjahre sein Konzert unter Leitung des Lehrers Paul Nitr. Reicher Beifall lohnte die junge Schar für ihre mit großer Hingabe gesungenen Volkslieder.

Nach der Volkszählung am 16. Juni beträgt die Einwohnerzahl unseres Ortes jetzt 7188 bei 2158 Haushaltungen, davon sind 3535 männlichen und 3653 weiblichen Geschlechts. Bei der Zählung im Jahre 1925 waren es nur erst 5591 Einwohner. Die Zunahme beträgt also pro Jahr durchschnittlich rund 200 Personen.

11.07.1933

Königschießen des Krieger-Vereins. Am Sonntag wurde im „Irrgarten“ vom hiesigen Kriegerverein das Königsschießen abgehalten. In Begleitung des Ortsgruppenleiters des NSDAP, Pg. Ritter, erschien PG. Dr. Beske aus Altdamm und sprach zu den Mitgliedern über den Führer und Kanzler Hitler und sein Wollen und Wirken.

Bei dem Schießen errang die Königswürde Kamerad Jäck, dem als Ritter die Kameraden Adam und Baruth zur Seite traten. Die Würde der Königin erschoß sich Frau Klagemann, der Frau Neitzel jun. und Frau Neumann als Hofdamen folgten. Außerdem ab es noch ein Preisschießen für Herren, ein Preis-Vogelstecken für Damen und für die Söhne und Töchter der Kameraden. Mit einem Ball wurde das Fest geschlossen.

Feuerwehr-Sommerfest. Am Sonntag beging auch die hiesige Freiwillige Feuerwehr ihr Sommerfest in der „Waldhalle“. Auch hier sprach Pg. Dr. Beske. Eine Verlosung brachte den Gewinnern schöne Preise und der Wehr Geld in die Kasse. Außerdem sorgten Glücksräder und Preisschießen dafür, daß keine Langeweile aufkam.

18.07.1933

Kommunistische Verschwörung in Stettin aufgedeckt
40 KPD Führer in Schutzhaft / Rote Revolverschützen

24.07.1933

Verhaftet und nach Stettin gebracht wurde hier der ehemals als Funktionär der KPD tätige Arbeiter Brunk sen., der hier zu den eifrigsten Anführern der moskowitischen Garde zählte.

27.07.1933

Nur nicht drängeln. In der vergangenen Woche mussten drei hiesige Kommunisten ins Konzentrationslager übersiedeln. Diese Woche folgte ein vierter Kommunist. Man holt sich so einen nach dem anderen, es braucht sich keiner zu drängeln.

Diebstahl. Dem Tischlermeister Lange gehöriges Handwerkszeug verschwand kürzlich aus einem Neubau in der Bahnhofstraße. Der Verdacht des Diebstahls richtete sich gegen einen Ein ...

29.07.1933

So ist es recht. Aus der Zeit der letzten Wahlen sind noch eine Anzahl Häuser, Mauern und dergleichen mit kommunistischen Schlagworten verunziert. Man hat jetzt das einzig richtige getan und eine Gruppe der hier noch anwesenden Kommunisten damit beauftragt, ihre Sudeleien selbst abzukratzen und abzuwaschen.

Größere Felddiebstähle werden in letzter Zeit auf der hiesigen Feldmark im Feld ausgeführt. Von Roggenmandeln wurden die Aehren abgeschnitten, auch Gerste mehrfach ihrer Aehren beraubt. An anderer Stelle wurde in größeren Mengen mit Eicheln abgemäht. Verschiedentlich sind solche Diebe schon beobachtet und zur Rede gestellt worden. Ihre Frechheit ging sogar soweit, daß sie  trotz der Anwesenheit des Besitzers erst ihre mitgebrachten Säcke füllten und dann auf Fahrrädern davonfuhren. Da es sich um unbekannte Leute handelte, konnten sie auch unbehelligt ihrer Beute nach Hause bringen. Es ist höchste Zeit, daß hier etwas geschieht. Die Landwirte selber sind machtlos.

Unfall. Auf dem Bürgersteig in der Stargarder Straße kam die Witwe Mews aus Gollnow so unglücklich zu Fall, daß sie am Hinterkopf eine große Wunde davontrug. Sie musste sich in ärztliche Behandlung begeben.

Augustwalder Straßenbau-Projekt. Die Pflasterung und Befestigung des Waldweges zwischen Augustwalde (Staatsbahnhof Hohenkrug) und Buchholz bis an die Straße Stargard-Altdamm-Stetttin ist ein seit langem gehegter Wunsch der Gemeinde Augustwalde. Der Plan scheint jetzt greifbare Formen anzunehmen. In diesen Tagen fand eine Fühlungnahme zwischen dem hiesigen Gemeindevorsteher Pg Siegmeyer und dem Pr. Oberförster Friedrichswalde – der Pr. Forstfiskus ist an dem Projekt stark interessiert – statt. Wir werden über den Fortgang der Verhandlungen weiter berichten. Wer den Waldweg Augustwalde-Buchholz kennt und öfter benutzt, weiß, wie dringend nötig die Pflasterung ist. Durch die rapide Ausdehnung der Besiedlung von Augustwalde ist ein längeres Hinzögern dieser Sache nicht mehr möglich.

Feuer in Podejuch

Am Sonnabendfrüh kurz nach 3 Uhr wurde die Feuerwehr nach der Bahnhofstraße gerufen, wo auf dem Grundstück des Bäckermeisters Fröhling das langgestreckte, einstöckige Seitengebäude in Flammen stand. Es enthielt eine kleine, von der Witwe Schwarz gemietete Wohnung, eine Rollkammer und eine Remise nebst Pferdestall des Fuhrunternehmers W. Harsdorf. Ausgekommen ist der Brand in der Remise, in der neben anderen Gerätschaften ein Posten Waren lagerte, den H. für hiesige Geschäftsleute aus Stettin geholt und noch nicht abgeliefert hatte. Durch das auf dem Boden lagernde Heu und Stroh entstand eine starke Rauchentwicklung, die die Löscharbeiten sehr erschwerte.

Der Feuerwehr gelang es, bis auf das Dach den vorderen Teil des Gebäudes zu halten, während der hintere Teil mit Remise und Pferdestall eingeäschert wurde. Mitverbrannt sind die in der Remise lagernden Waren und Gerätschaften, ferner im Pferdestall eine Anzahl Kaninchen und zwei junge Katzen. Die Pferde konnten gerettet werden, ebenso die Wäscherrolle und das Mobiliar der Witwe Schwarz. Den größten Schaden erleidet der Fuhrunternehmer Harsdorf, da die Waren und sonstigen Sachen nicht versichert waren. Die Entstehungsursache des Brandes ist noch nicht ermittelt.

30.07.1933

Ernteschutz. Der vielen Felddiebstähle wegen, die hier in letzter Zeit vorgekommen sind, führt die Polizei von jetzt ab bis zum Herbst zu unbestimmten Zeiten, sowohl am Tage als auch nachts, zusammen mit der SA den Ernteschutz durch.

Zusammenstoß zwischen Motorrad und Auto. Als der Führer des Stahlhelm-Arbeitsdienstlagers, Curt Neumann, am Sonnabendvormittag auf seinem Motorrad aus der Manteuffelstraße in schneller Fahrt in die Bahnhofstraße einbiegen wolle, fuhr er gegen ein gerade vorbeikommendes Auto aus Greifenhagen. Neumann erlitt eine schwere Kopf- und eine Armverletzung, das Motorrad wurde stark demoliert. Ein auf dem Soziussitz sich befindender Arbeitsdienstfreiwilliger kam mit dem Schrecken davon. Das Auto wurde nur leicht beschädigt. Die Hauptschuld soll den Motorradfahrer treffen.

Auszeichnung im Dienste des Jagdschutzes. Dem Preuß. Staatsförster Lenzner, Forsthaus Retzowsfelde, Oberförsterei Podejuch, früher in der Försterei Hammer-Torgelow, dessen erfolgreiche Tätigkeit im Dienste des Jagdschutzes und der Bekämpfung des Wilderunwesens schon wiederholt Anerkennung gefunden hat, ist auf Antrag der Jagdkammer für die Provinz Pommern vom Preußischen Landes-Jagdverband als höchste Auszeichnung für Verdienste im Jagdschutz der Ehrenhirschfänger verliehen worden.

01.08.1933

Einführung der Kirchenvertretung. Am Sonntag fand in der Kirche im feierlichen Gottesdienst die Einführung und Verpflichtung der neugewählten Mitglieder der Gemeindekirchenrates und der Gemeindevertretung statt, der viele Gemeindemitglieder sowie Abordnungen der SA, SAR und die Freiwilligen des Arbeitslagers beiwohnten. Die Predigt hielt Pastor i.R. Krüger über die Aufgaben der neuen Kirche. Die Einführung erfolgte durch Pastor i.R. Leopold.

Noch kein neuer Seelsorger. Noch immer ist das Amt eines Seelsorgers der hiesigen Kirchengemeinde, das durch den Tod des Pastors Hoburg freigeworden ist, unbesetzt. Der für Podejuch bestimmte Pastor wurde vom Konsistorium vornimmt, das diesmal die Besetzung vornimmt, nach Cammin beordert.

Königsschießen der Handwerker und Geschäftsleute. Der Verein selbstständiger Handwerker und Geschäftsleute beging am Sonntag im „Irrgarten“ sein Sommerfest, verbunden mit einem Königsschießen. Die Königswürde errang Steinsetzmeister Otto Stranz. Erster Ritter wurde Bäckermeister Suckow und zweiter Ritter Friseur Kopka. Als Königin konnte die in den 70ger Jahren stehende Ehefrau des Schuhmachermeisters Schmidt ausgerufen werden. Sie erhielt als „Hofdamen“ die Ehefrauen des Uhrmachers Schulz und des Töpfermeisters Neitzel sen.

Abgeholt. Am Montag früh wurde von Stettiner SA ein hiesiger Kommunist abgeholt, Noch immer vergeblich sucht man nach den Musikinstrumenten der kommunistischen Kapelle.

Erwischter Ausreißer. Im hiesigen Arbeitslager des Stahlhelm wurde der unter dem falschen Namen Joseph Jennowein aufgenommene Fürsorgezögling Erwin Wüst von der Fürsorgebehörde ermittelt und festgenommen. Der Bursche war vor längerer Zeit aus einer bayerischen Fürsorgeanstalt entflohen. Auf seiner Wanderung lernte er den Joseph Jennowein kennen und tauschte mit ihm die Papiere. Anfang dieses Jahres kam er nach Pommern, wo er im Arbeitsdienstlager Finkenwalde Aufnahme fand. Hier riß er nach vierzehn Tagen wieder aus. Am 2. April wurde er unter dem Namen Joseph Jennowein vom Arbeitsamt Altdamm ordnungsgemäß dem Stahlhelm-Arbeitsdienstlager zugewiesen, wo er sich tadellos führte. Die Annahme, daß er sich im Lager als Spitzel betätigt habe, trifft nicht zu.

Falscher SA-Mann. Wegen unberechtigten Tragens der SA-Uniform wurde der bei dem Landwirt Otto Stahlkopf in Diensten stehende landwirtschaftliche Arbeiter Albert Fehrmann festgenommen und dem Gericht zugeführt.

Verkehrsunfall. Der Invalide Weiland, Oberschlesische Straße wohnhaft, kam auf seinem Fahrrade von Finkenwalde gefahren, dicht hinter ihm ein kleiner Lieferwagen aus Stettin. In der Dammer Straße, Ecke Bergstraße, gab der Lieferwagen Signal, um den vor ihm fahrenden Radler aufmerksam zu machen. In diesem Augenblick sprang der alte Mann vom Rade und wurde von dem langsam fahrenden Wagen zu Boden gerissen, wobei das Vorderrad über den rechten Fuß fuhr. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt.

06.08.1933

Ermittelte Holzdiebe. In der Nacht zum Freitag wurden aus der Stettiner Forst etwa 6-8 Meter Holz gestohlen. Als Diebe ermittelte die Landjägerei die hier wohnhaften Arbeiter Biergutz, Griesert und Suchy. Ein Teil des Holzes konnte sichergestellt werden.

Neuer Obmann. In der letzten Versammlung der Ortsgruppe Podejuch des Rabattsparvereins im Verbande der Rekosei[1] wurde für den Obmann Willi Retzlaff, der das Amt niedergelegt hat, der Pg Kaufmann Panzke gewählt.

09.08.1933

In Haft genommen. Bei dem Arbeiter Biergutz, der, wie gemeldet, zusammen mit zwei Komplizen aus der Stettiner Forst Holz gestohlen hat, fanden die Landjäger unter dem beschlagnahmten Holz ein Stilett, das B., wie er angab, dort versteckt hatte. Da er auch sonst allerlei Aeußerungen getan hat, ist er reif für eine feste Unterkunft auf lange Zeit. Ein Komplice, der Arbeiter Suchy, ist bereits in Schutzhaft genommen worden.

Stammlager gesichert. Wie wir soeben erfahren, erhält Podejuch ein Arbeitsdienst-Stammlager.

Spargelkrautdiebe. Den Arbeitern Schulzendorf und Bohm wurde vom Landjägereibeamten je ein Sack mit Spargelkraut abgenommen, das sie von der Spargelplantage bei Finkenwalde gestohlen hatten.

10.08.1933

Deutsche Christen. Am Freitag, abends um 8 Uhr, findet im Lokal des Pg. Wiegert die Gründung der hiesigen Ortsgruppe der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“ statt, wozu alle evangelischen Gemeindemitglieder eingeladen sind. Es spricht der Kreisleiter Stettin-Land der Glaubensbewegung über: „Aufgaben und Ziele der Glaubensbewegung.“

Eine Reinigungskolonne zieht in diesen Tagen durch unseren Ort. Sie besteht aus ehemaligen Marxisten und Kommunisten, die jetzt ihr eigenes Geschmiere aus den vergangenen Wahlkämpfen an den Häusern und Zäunen beseitigen müssen. Eein tschechischer Kommunist, der sich weigerte, diese Arbeiten auszuführen, wurde festgenommen und nach Stettin befördert.

Der Buchheideturm
Arbeit des Buchheidevereins

In der letzten Sitzung des Vorstandes und der Vertrauensmänner des Buchheidevereins berichtete der Vorsitzende, Rektor Gutzeit, Stettin, über die Freilegung des neuen Findlings in der Buchheide. Die wegen des festen, steindurchsetzten Tonbodens zeitweise sehr schwierige Arbeit hat einen Kostenaufwand von rund 300 Mark verursacht. Die Taufe dieses größten Findlings der Buchheide soll am Sonntag, dem 27. August, mittags 12 Uhr, stattfinden. Alle Buchheidefreunde sind herzlich dazu eingeladen. Der Stein liegt im Jagen 78 und ist von Hökendorf oder von der Kolower Spitze aus auf dem Bergwege zu erreichen.

In der Turmbaufrage hat der Vorsitzende mit dem Sachbearbeiter der Landesaufnahme persönlich verhandelt. Der Turm wird im Frühjahr 1934 gebaut werden.

Durch Aufteilung des Geländes der Portland-Zement-Fabrik bei der Finkenwalder Höhe zu Villenbauplätzen und Anlegung einer erschließenden Straße ist erfreulicherweise auch wieder ein Zugang zur Prinzeneiche vom Hochwege Finkenwalder Höhe – Friedensburg hergestellt worden. Die tiefe Hertha-Schlucht ist ganz zugeschüttet worden und so kann man jetzt von Katharinenhof empor zur Prinzeneiche und von dieser, den neuen Weg benutzend, zum Hochwege hinaufsteigen. Der Buchheideverein wird auch eine Tafel an der Eiche anbringen, die auf ihre Pflanzung durch zwei Hohen- …

Rege Bautätigkeit in Podejuch
Neueinstellungen / Planierungs-, Straßen-, Siedlungsarbeiten / 1.5-Million-Projekt

Auch in Podejuch hat der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit eingesetzt. Der Gemeindevorstand und die Leiter der NS-Kampfbund-Organisationen waren und sind noch fortgesetzt bemüht, bei den Berliner zuständigen Stellen Gelder flüssig zu machen für das Hauptprojekt, die Neupflasterung und Kanalisierung der Dammer- und Bahnhofstraße, Projekte von rund ½ Million Mark. Für die Kanalisation könnten die Mittel aus dem neuen Arbeitsbeschaffungsprogramm bewilligt werden, aber nicht für den Straßenbau. Dafür gaben die früheren Programme (Gerecke und Reinhardt), Kredite, die aber bereits restlos in Anspruch genommen sind. Da nun die eine Arbeit ohne die andere nicht ausgeführt werden kann, bleibt nur die Hoffnung, daß es doch noch gelingen wird, auf irgend eine Art die ½ Million Mark flüssig zu machen, dann wäre die Arbeitslosigkeit in Podejuch mit einem Schlage beseitigt.

Die Gemeindeverwaltung ist nun bemüht, so weit es im Augenblick möglich ist, den Erwerbslosen Arbeit zu beschaffen. Sie hat zunächst auf die Fabrikbetriebe zwecks Neueinstellungen eingewirkt. Sodann werden von Beginn dieser Woche ab 30 Wohlfahrtsempfänger mit Straßenplanierungsarbeiten und mit Arbeiten an neu aufgeschlossenen Straßen beschäftigt. Da auch unter der Bevölkerung der Drang nach einem Eigenheim mit Garten (Ein- und Zweifamilienhäuser) sehr rege ist, macht sich eine gesteigerte Bautätigkeit bemerkbar, die viel zur Beseitigung der Arbeitslosigkeit beitragen wird. Es sind bis jetzt mehr Bauvorhaben genehmigt worden, als im Vorjahr. Weiter hat die Regierung von den von der Gemeinde angeforderten Sieldungsstellen weitere 16 bewilligt, mit deren Bau soeben begonnen wurde.

Damit ist aber der Siedlungsbedarf bei weitem noch nicht gedeckt. Im ganzen umfasst jetzt die Siedlung 62 Stellen, davon sind 31 schon längere Zeit fertig und bewohnt. 16 im Bau und 15 private. Im oberen Gebiet der Gemeinde wird also eine geschlossene Siedlung entstehen, die durch planvolle Arbeit einen einheitlichen Charakter aufweisen wird. Dazu kommen noch die vom Freiwilligen Arbeitsdienst ausgeführten Erdarbeiten zur Erschließung und Schaffung neuer Straßen und Wege.

Die Nationalsozialistische Kriegsopferversorgung hatte die Mitglieder des Kyffhäuserbundes der Ortsgruppe Podejuch und Sydowsaue in die Podejucher Waldhalle eingeladen. Zweck der Versammlung war die Überführung der Kyffhäusermitglieder in die NSKOB. Außer dem bisherigen Vorstand waren erschienen: Gaugeschäftsführer Pg Lambrecht, Gauschatzmeister Pg Höppner und Kamerad Müller, Stettin, ferner Kreisobmann Pg Rose und Ortsgruppenobmann Pg Lamenski, Finkenwalde, und der Vorstand der NSKOB Ortsgruppe Podejuch. Kamerad Müller dankte dem bisherigen Vorstand für seine langjährige treue Arbeit im Kyffhäuserbund und überreichte dem Kameraden Beß und seinem Schriftführer die silberne Nadel des Bundes als Ehrengabe. Er begrüßte den Zusammenschluß der Verbände und erklärte, daß der Verbände und erklärte, daß die Uebernahme der Mitglieder korporativ erfolge. Gaugeschäftsführer Lambrecht sprach über Nationalsozialismus und Kriegsopferversorgung. Er übergab denn die Führung der Ortsgruppe Podejuch und Sydowsaue  an Pg. Rose. Die Ortsgruppe Podejuch ist vertreten durch den Ortsgruppenobmann Lehrer Wilke, die Ortsgruppe Sydowsaue durch den Ortsgruppenobmann Alex.

Waffenfund. Durch ein Geständnis des Arbeiters Oestreich (SPD) gelang es der Landjägerei in Brusenfelde (Kreis Greifenhagen) in einem Hause drei versteckte Militärgewehre zu beschlagnahmen. Während der Ermittlungen befand sich Oestreich in Haft.

Razzia in der Buchheide. Landjäger und SA führten in der Buchheide eine Razzia nach unberechtigten Holzholern und Tannengründieben durch. Es gelang, die Arbeiter M und K., Feuerlohstraße, beim Holzdiebstahl zu fassen und die Frau des Arbeiters Sch des Tannengrün- und Spargelkrautdiebstahls zu überführen.

22.08.1933

Sportangeln. Der Angelclub „Früh auf“ hielt in Goethard-Kanal ein Gesellschaftsangeln ab, an dem sich auch Mitglieder der Vereins Stettiner Sportangler beteiligten. Die Boote zeigten zum erstenmal nach der Umschaltung der Spitzenorganisation den Wimpel des Reichsverbandes Deutscher Sportangler. Die vom Verein Stettiner Sportangler gestiftete Plakette für den gefangenen größten Fisch erwarb Leo Schleich, Für sportliche Leistungen im gewichtsmäßigen Gesamtfang erhielten Otto Adel den 1. Preis, Hans Spanke den 2. Preis und Schulz sen. den 3. Preis. Die kleinen Fänge wurden ebenfalls mit Preisen bedacht. Der anwesende Gauleiter vom RDS, Nofs, Stettin, sprach sich anerkennend über den sportmäßigen Betrieb der Angelei aus.

Fahnenweihe. Die Zelle Eisenbahn der NSBO, Ortsgruppe Podejuch, gegeht am kommenden Sonntag das Fest der Fahnenweihe.

Der neue Amtsvorsteher. Pg Wilhelm Ritter, zugleich Leiter der Ortgruppe der NSDAP, hat seine Bestätigung erhalten und die Dienstgeschäfte übernommen.

24.08.1933

Die hiesige Ortsgruppe der Glaubensbewegung Deutsche Christen, die erst vor einigen Tagen gegründet wurde, hielt bereits am Freitag die zweite große öffentliche Versammlung in der „Klosterquelle“ ab. Pastor Lastowsky Stettin spricht über „Die Aufgaben der Deutschen Christen im Dritten Reich Adolf Hitlers“.

25.08.1933

Schulungsabend der NSDAP. Die hiesige Ortsgruppe der NSDAP hielt unter Leitung des Ortsgruppenleiters, Pg Ritter, einen Schulungsabend in der Waldhalle ab. Nach einem kurzen Vortrag des Pg Schau über „Marxismus und Nationalismus“ nahm Pg Krause das Wort zu seinem Thema „Die Güterumgehungsbahn im Rahmen Arbeitsbeschaffung“. In großen Zügen verfolgte der Redner den geschichtlichen Werdegang der Stettiner Bahnanlagen. Er wies auch auf die Schwierigkeiten hin, die sich damals dem Bahnbau entgegenstellten.

26.08.1933

Sie wollten Raubritter spielen …

Durch das Lesen von Räubergeschichten kamen die Tischlerlehrlinge L. und R. der Arbeitsbursche R. und sein Schuljunge auf den Gedanken, es diesen „Helden“ nachzumachen und ein Räuberleben zu führen. In der Buchheide, in einer am Mittelweg gelegenen Schonung, legten sie sich eine Höhle an und wollten nun von hier aus ihre Raubzüge unternehmen. Aber gleich der erste Versuch wurde ihnen zum Verhängnis. Bei den in diesen Tagen auf dem Platz am Gemeindestaden weilenden Schaustellern versuchten sie einen Einbruch und stahlen einen Posten Schokolade und andere Sachen. Die Polizei war ihnen aber auf den Fersen und sorgte dafür, daß der Traum von dem romantischen Räuberleben ausgeträumt war. Der Anführer der jugendlichen Räuberbande war der Tischlerlehrling L.

26.08.1933

Rot-Kreuz-Arbeit

In der Mitgliederversammlung des Vaterländischen Frauenvereins vom Roten Kreuz, Zweigverein Podejuch, im Schwestern hause, hielt die Wanderlehrerin Pg Alma Münster aus Stettin einen Vortrag über den Vaterländischen Frauenverein und seine Ziele. Die Rednerin sprach ihre Genugtuung aus über das Verständnis, das der Volkskanzler Adolf Hitler den Vaterländischen Frauenverein entgegenbringt. Das von ihm geschaffene Dritte Reich werde erst den Boden bereiten, auf dem die Arbeit des Roten Kreuzes sich so recht entfalten und gedeihen kann.

In der voraufgegangenen Besprechung der Vereinsangelegenheiten gab die Vorsitzende, Frau Wendland, einen Bericht über die in Stettin stattgefundene Vorstände-Sitzung. Anschließend wurde beschlossen, zwei junge Mädchen als Rothelferinnen ausbilden zu lassen. Für zwei bedürftige Familien wurde Unterstützung bewilligt. Die Sammlung für die Wolga-Deutschen hat eine Summe von 221,50 Mark eingebracht. Von der Reichsbahn sind dem Verein 90 Mark als Unterstützung überwiesen worden.

Zum Kassenprüfer wurde Lehrer Pg Mieler ernannt. In Zukunft solle an den Donnerstagen nach dem 1. und 15. eines jeden Monats regelmäßig Versammlungen stattfinden und zwar um ½ 8 Uhr im Schwesternhaus. Sie sind als Nähabende gedacht zur Anfertigung von Arbeiten für das Weihnachtsfest. In Aussicht genommen wurde, am Bußtag ein Kirchenkonzert zu veranstalten.

Feuerwehr-Alarm. Abends gegen 10 Uhr wurde die hiesige freiwillige Feuerwehr durch die Sirene alarmiert. Angenommen war ein Brand des Hubertschen Gasthofes am Kaiser-Friedrich-Platz. Die Wehr war in kurzer Zeit zur Stelle und bewies damit ihre Schlagfertigkeit für den Ernstfall.

Der Zechpreller und Betrüger K. F. Bork aus Stettin mietete sich und seine angebliche Ehefrau bei einem hiesigen Gastwirt ein und verschwand alsdann, ohne zu bezahlen.

10 weitere Siedlerstellen sind der Gemeinde Podejuch für ihre Randsiedlung bewilligt worden. Interessenten müssen sich bis zum 1. September beim Gemeindeamt melden.

27.08.1933

Kundgebung der „Deutschen Christen“. Die hiesige Ortsgruppe der Glaubensbewegung „Deutsche Christen“ hielt jetzt, 14 Tage nach ihrer Gründung, ihre zweite große öffentliche Versammlung ab, die zu einer großen Kundgebung wurde. Der Besuch war sehr stark. Ortsgruppenleiter Pg Brügge eröffnete die Versammlung. Pastor Pg Lastowski, Stettin, hielt dann einen Vortrag über: Die Aufgaben der „Deutschen Christen“ im Dritten Reich Adolf Hitlers. An den Vortrag schloß sich noch eine Aussprache.

28.08.1933

Sturm 33/2 marschiert. Bei der Fahnenweihe am Sonntag und dem Umzug durch den festlich geschmückten Ort fiel besonders der unter seinem Sturmführer Stahlkopf angetretene Sturm 33/2 durch seine stramme Haltung und glänzende Disziplin auf. Die SA-Männer wurden immer wieder von den zahllosen Zuschauern stürmisch begrüßt.

Gleichschaltung im Hausbesitzer-Verein. Der bisherige Vorstand des Haus- und Grundbesitzervereins von Podejuch und Umgebung legte in seiner Gesamtheit die Aemter nieder. Darauf berief die Ortsgruppenleitung der NSDAP folgende Parteigenossen in den Vorstand: 1. Vorsitzender Garske, Friedensburg, 2. Vorsitzender R. Sattler, Podejuch, 1. Kassierer du Bois, Podejuch, 2. Kassierer Weymann, Sydowsaue, 1. Schriftführer Schrebler, Podejuch; Beisitzer Hintze sen., Podejuch, Emil Bretsch, Podejuch, Günther und Affeldt, Sydowsaue.

Wo ist eine Schiffsglocke gestohlen worden? Bei dem Ostgut Neupodejuch wurde in einem Sack verpackt eine etwa 20 Pfund schwere Schiffsglocke gefunden.

Holzverkauf. Die hiesige Oberförsterei hielt am Montag in der „Waldhalle“ einen Holzverkauf ab, auf dem fast alles Nutz- und Brennholz für den Taxpreis wegging. Preise für Nutzholz pro Festmeter: Kiefernstämme 16 RM, Eschen 22 RM, Eichenrollen 7 RM, Brennholz pro Raummeter: Kiefernscheite 4-5 RM, Anbruch 4 RM, Anbruch-Reiser 4 RM, Buchenscheite 6 RM, Anbruch 4,50-5 RM, Fichtenscheite 6 RM, Eichenscheite 5-6 RM, Erlenscheite 3,50 RM.


NSBO war die Arbeiterorganisation der NSDAP. Sie trat am 2. Mai 1933 an die Stelle der freien Gewerkschaften, die durch Hitler verboten wurden. Die Abkürzung steht für Nationalsozialistische Betriebszellenorganisation.

 Hago = Nationalsozialistische Handwerks-, Handels- und Gewerbe-Organisation = Gliederung der NSDAP (1933-1935), danach Teil der DAF]

 Nationalsozialistischer Lehrerbund [= NSDAP-angeschlossener Verband (ab 1929)]

 Schloss Wartin ? = NSDAP-Gauleiterschule (westlich von Greifenhagen gelegen)

 NSKOB =  Amt für Kriegsversorgung

 RLB = Reichsluftschutzbund

 Rekosei = Reichsverband der Feinkosthändler

 NSKK = Nationalsozialistisches Kraftfahrkorps [Sondereinheit der SA (1931-1934), danach Gliederung der NSDAP]

 

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